Maemo5Es gibt jeden Tag neue Programme für Maemo5, aber am Betriebssystem selbst hat sich bisher noch nichts geändert. Es hat also noch die gleichen Macken wie bei der Auslieferung. Wobei Macken fast übertrieben ist. Es sind halt Eigenarten von Maemo5, die seltsam erscheinen (weil man es als Nokiabesitzer von Symbian teilweise komplett anders kennt) oder schlichtweg einfach nur ärgerlich sind.

Ich will hier gar nicht auf fehlende Komponenten oder Funktionen eingehen, wie zum Beispiel, dass man mit Ovi Maps noch nicht navigieren kann oder dass das N900 keine MMS oder Sprachwahl beherrscht. Sondern vielmehr um vorhandene Dinge, die aber nicht ganz durchdacht sind.

N900_ProfileDa wären zum Beispiel die Profile, von denen es nur zwei gibt. Zwar kann man beide – Allgemein und Lautlos – recht gut und frei konfigurieren, aber leider kein weiteres erstellen. Auch gibt es keine Möglichkeit, die Profile zeitgesteuert zu starten. Das würd mich alles nicht wundern, denn bei anderen neuen Betriebssystemen wie beispielsweise Android ist es nicht anders. Aber Maemo stammt ja von Nokia und so könnte man erwarten, dass es zumindest manche Symbianvorteile in die Linuxwelt schaffen. Zudem dominieren die Profile nicht die restlichen Anwendungen. Im Lautlosprofil klingelt der Wecker, aber Termine bleiben stumm. Auch startet der Media Player im Lautlos-Profil die Videos und Musik alles andere als lautlos.

Das N900 hat außerdem einige weitere Minuspunkte, wenn es um den Media Player geht. Hört man Musik über die Lautsprecher, dann sollte es in der Umgebung nicht zu laut sein. Denn sie sind vergleichsweise schwach und leise. Auf höchster Stufe plärren sie zudem. Über Kopfhörer ist es besser, was Lautstärke und Klang angeht. Jedoch gibt es keine EQ-Presets, man sollte keinen allzu schlechten Kopfhörer wählen. Aber Vorsicht, zieht man den Kopfhörer während der Wiedergabe ab, bekommt das die Umgebung mit. Das Video oder Lied läuft in voller Lautstärke weiter. Leider auch im Lautlos-Profil.

In den Einstellungen gibt es dafür leider keine Lösung, trotz vielfältiger Möglichkeiten. Selbst manch triviales ist nicht möglich. Man kann im Menü nichts sortieren oder eigene Unterverzeichnisse erstellen, was auf Dauer schon sehr unübersichtlich wird. Denn über den wirklich exzellenten Programmmanager hat man eine schon jetzt sehr große Auswahl an kleinen Tools, Spielen und vollwertigen Programmen, die zudem alle kostenlos sind. Dass der „OviStore for Maemo“ noch nicht für alle zugänglich ist, stört da überhaupt nicht.

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Weitere Kritikpunkte sind beim Dateimanager angebracht. Der ist, wie im Test bereits angesprochen, sehr simpel gestrickt. Kopieren, Verschieben, Einfügen, Umbenennen und Löschen. Ok, aber alles nur mit einer Datei. Trotz der Tastatur und etlichen Tastenkombinationen kann man viele davon im Dateimanager nicht nutzen. Man kann zwar über das Menü mehrere Dateien markieren, aber Strg+A, Strg+C und Strg+V sind im Dateimanager leider nicht möglich.

N900_Alltagsprobleme23Auch sind viele der Tastenkombinationen wahre Fingerbrecher und unsinnig. Man kann zum Beispiel mit Strg+Shift+P einen Screenshot machen, der sofort im Hintergrund gespeichert wird und mit Strg+Shift+X kann man die Kommandokonsole starten. Die Nutzung der Shifttaste ist aber so dermaßen unlogisch, da mit den Kombinationen Strg+P und Strg+X eben nichts passiert. Da hätte man gleich diese nehmen können für die Screenshots und das X-Terminal …

N900_Alltagsprobleme19Und wo ich grad beim Thema ärgerliche Eingaben bin. Man kann das N900 auf zwei Arten sperren. Einmal nur Bildschirm und Tastatur, also mit dem Schieber für die Tastensperre. Und dann kann man wie gewohnt auch das Gerät sperren und nur mit einem Code wieder entsperren. Macht man das manuell (Gerät sichern) und steckt das N900 dann in die Tasche, kann es passieren, dass es sich abschaltet. Nach der Sperre wird nämlich sofort die alphanumerische Tastatur zur Codeeingabe eingeblendet. Berührt man aus Versehen die Fläche darüber (grün gefärbt), gibt es eine Systemfrage, ob man das Gerät ausschalten möchte. Mir ist genau das passiert und wie es der Zufall so wollte, hab ich natürlich irgendwie auf JA geklickt, während ich das N900 eigentlich nur in die Tasche steckte …

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Am Computer angeschlossen ist das N900 ein wirklich erstklassiger Datenspeicher. Zwar physisch etwas größer als ein herkömmlicher 48GB-Stick, aber dafür hat das N900 ein paar Funktionen mehr … Nur wird es nicht immer erkannt. Ist das N900 gesperrt, kommt es zumindest bei meinen ab und zu vor, dass auf dem Bildschirm keine Auswahl erscheint. Es wird also erstmal nur geladen. Also USB-Kabel wieder ab, Gerät entsperren und dann das USB-Kabel wieder anschließen. Dann gibt es auch die Auswahl zwischen den Modi Massenspeicher oder PC-Suite. Leider gibt es aber hierfür keine Standardauswahl wie z.B. bei Symbian.

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Und dennoch ist das N900 mit Maemo5 weiterhin meine erste Wahl.

Es ist fürs Internet einfach das beste mobile Gerät, wenn man nicht grad ein Subnotebook oder größeres mitschleppen will. Die Integration von ICQ, Skype, MSN und anderen Protokollen ist – wenn auch teilweise durch Plugins – derart gut gelungen, dass ich einen eigenen Instant Messenger wie Pidgin nur dann nutze, wenn es für eine Dateiübertragung nötig wird. Die vier Desktops lassen sich wie bei Android absolut frei konfigurieren und durch Widget sehr sinnvoll erweitern. Dazu die Leistung der Hardware, mit der man auch 3D-Games wie OpenArena oder Bounce nahezu ruckelfrei spielen kann.

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