Nokia gibt zum N900-Akku nicht wirklich brauchbare Zahlen heraus. Und wenn, dann sind diese wie der Pkw-Durchschnittsverbrauch eher theoretischer Natur. Subjektiv ist der Akku gar nicht so schlecht. Leider nutzt jeder sein Handy ganz individuell. Mal mehr, mal weniger Telefonate. Einer schreibt dutzende SMS, surft aber nur selten. Andere nutzen ausbiebig das Internet, und, und, und ...
Also hab ich mal versucht, das N900 so zu testen, dass es jeder mit seinem derzeitigen Handy vergleichen kann.
Grundsätzlich bleibt die SIM-Karte während der Tests immer aktiviert, da ich ja erreichbar sein möchte. Dass ich das stromhungrigere UMTS nutze, liegt einfach am schlechten GSM-Empfang vor Ort. WLAN und Bluetooth bleiben deaktiviert, es sei denn im Test selbst wird etws anderes erwähnt.
Test #1: Videos vom internen Speicher abspielen, UMTS an
Test #2: Telefonieren über UMTS
Test #3: Internet über HSPA
Test #4: Musik vom internen Speicher abspielen, UMTS an
Test #5: Standby
Test #1: Videos
Der Akku war vollständig geladen (LED grün), die SIM-Karte aktiviert und über UMTS eingebucht. Bluetooth und WLAN jedoch aus. Die Displayhelligkeit und die Lautstärke waren auf höchster Stufe.
Zur Unterhaltung gab es Folgen der Serie "The Big Bang Theory", die XviD-codiert auf dem internen 32GB-Speicher lagen.
Die erste Meldung, dass der Akku fast leer ist, kam nach 2 Stunden und 52 Minuten. Dann folgte 1-2x pro Minute ein weiterer Hinweis. Das Video wurde während der Meldung weiter abgespielt. Auf dem Screenshot wurde das Videobild jedoch nicht übernommen. Nach schließlich 3 Stunden und 10 Minuten stoppte die Wiedergabe, der Player wurde geschlossen und das N900 schaltete sich aus.
Diese 3 Stunden sind aber noch lang nicht das Maximum. Man kann z.B. das Offline-Profil wählen, die Lautstärke und vor allem die Displayhelligkeit reduzieren.
Test #2: Telefon
Nun ging es zur Frauendisziplin ... Der Akku war wieder vollständig geladen, die SIM-Karte natürlich aktiviert und wieder im UMTS-Netz eingebucht.
Das erste Telefonat begann kurz nach 8 Uhr und dauerte ziemlich genau zwei Stunden, dann gab es trotz Flatrate eine Zwangstrennung. Also ließ ich mich für den restlichen Test von einem anderen Provider aus anrufen. Die erste Meldung über einen fast leeren Akku erhielt ich nach insgesamt 3 Stunden und 30 Minuten. Der Akku hielt jedoch länger als beim Videotest, da das Display ja schließlich nicht genutzt wird. Jede Minute gab es einen Warnton und einen visuellen Hinweis, bis schließlich nach 4 Stunden und 2 Minuten das Telefonat zu Ende war und das N900 sich widerum abschaltete.
Auch hier kann man mit der Nutzung von GSM durchaus mehr rausholen.
Test #3: Internet
Test Nummer 3 war der anstrengenste. Ohne Unterbrechung surfen, vor allem zwangsweise, artet echt in Arbeit aus. Aber ok, dafür ist ja das N900 auch da ...
Der Akku war auch für diesen Test vollständig geladen, die Displayhelligkeit auf höchster Stufe. Bluetooth und WLAN waren deaktiviert, als Zugang diente wiederum UMTS, bei mir in Berlin im o2-Netz inklusive HSDPA (3,6Mbit/s) und HSUPA (2,0 Mbit/s).
Nach 3 Stunden und 4 Minuten kam die erste Meldung bzgl des fast leeren Akkus. Dann noch zwei weitere. Und schneller als erwartet war dann nach 3 Stunden und 6 Minuten Ende.
Mit GSM wär mehr drin, aber dann wär es auch deutlich langsamer, wenn nicht wenigstens EDGE zur Verfügung steht. Weitere Energie kann man mit geringerer Displaybeleuchtung einsparen.
Ganz nebenbei habe ich von den Seiten zahlreiche Screenshots gemacht, damit man sehen kann wie original die Darstellung des N900 ist. Es gibt zwar ein paar Fehler bei Wikipedia und die Videoqualität ist auf der mobilenVersion von youtube nicht so fein, aber trotzdem ist es alles in allem sehr ordentlich.
Test #4: Musik
Es war abzusehen, dass es nun mehrere Stunden dauern würde, bis der Akku leer ist. Zuvor wieder geladen, UMTS blieb wie immer an. Die im Lieferumfang beiliegenden Ohrhörer wurden angeschlossen, Lautstärke auf Maximum und dann gabs was auf die Ohren. Die Musik selbst war mp3-codiert bei einer variablen Bitrate von 192 kbit/s.
Nach acht Stunden hatte der Akku noch ca 2/3 seiner Kapazität. Eine Milchmädchenrechnung hätte daher knapp einen ganzen Tag Testdauer ergeben. Aber das UMTS-Netz zog arg am Akku und so kam der erste Hinweis, dass der Akku fast leer ist, nach 16 Stunden und 45 Minuten. Auch mit schlechtem Empfang und dadurch höherer Sendeleitung hat der Akku noch über eine Stunde durchgehalten. Erst nach 17 Stunden und 53 Minuten war Ruhe.
Wie man hier noch mehr Zeit raus holt ist klar. GSM nutzen, besserer Empfang und vor allem die Lautstärke reduzieren. Theoretisch würde auch das Offline-Profil stark helfen. Aber wer gibt denn bitte soviel Geld aus, um das N900 ausschließich als mp3-Player zu nutzen?
Test #5: Standby
Nokia gab mal 72 Stunden an, mittlerweile heißt es auf einigen Seiten, dass das N900 96 Stunden durchhält. Aber die Realität sieht besser aus. Mit einem komplett geladenen Akku und einer aktivierten SIM im UMTS-Netz wurde ich echt überrascht.
Los ging es am 13. Dezember kurz vor 16 Uhr. Danach hab ich das N900 schweren Herzens nicht genutzt. Nur ein paar Screenshots alle paar Stunden und ganz selten kurz die Bilder per Mail gesendet. Der Akku, der auch im 5800XM und N97mini zum Einsatz kommt und dort laut Nokia bis zu 300 Stunden im Standby erreichen soll, schaffte im Test immerhin über mehrere Tage ...
Nach 7 Tagen, 3 Stunden und 30 Minuten kam die erste Meldung, dass der Akku schwach sei. Wer glaubt, dann sei schnell Ende wird überrascht sein. Erst nach insgesamt 7 Tagen, 10 Stunden und 10 Minuten war der Akku leer.







































































































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